Qigong: nicht heilen, sondern vorbeugen
Ob Tai Chi oder eben Qi Gong (spricht sich
übrigens Tschi Gung aus) - sie alle umgibt diese spannende Aura
des Unbegreiflichen und Unerforschten - zumindest in der
europäischen Welt. In China ist das alles selbstverständlich. Es
gehört vielerorts zur traditionellen Medizin einfach dazu,
behaupten Eingeweihter, die China bereits zahlreiche
Besuche abgestattet haben.
Seit Jahren boomen sie, Schulen schießen wie
Pilze aus dem Boden und jedes Fitness-Studio, dass etwas auf
sich hält, ist bemüht, passende Kurse anzubieten. Die Rede ist
von asiatischen Sportarten - oder besser gesagt, sportlichen
Ertüchtigungen mit medizinischer Nebenwirkung.
Manche Trainer kommen ursprünglich aus der
Krankenpflege und haben nach etlichen Jahren in diesem Beruf
starke Probleme mit ihren Rücken. Bei Rückenschmerzen hat die
Schulmedizin oftmals nur ausgesprochen düstere Prognose parat,
oft wird man sogar auf Dauer berufsunfähig geschrieben. Damit
wollen sich viele Betroffene aber nicht abfinden. Wem die
asiatische Bewegungskunst geholfen hat, für den ist das
Bücken vornüber wieder kein Problem mehr. Eine wirkliche
Erklärung gibt es hierfür nicht. Aber eines steht fest: Den
meisten Menschen tun die Bewegungen gut. Ein wenig Geduld sollte
jeder Teilnehmer allerdings mitbringen. Die Bewegungen müssen
natürlich gelernt werden. Es ist zu empfehlen, dass die Schüler
auch zu Hause ruhig mal üben.
Bevor die Teilnehmer eines neuen Kurses mit
der Einübung der verschiedenen Figuren beginnen, steht wichtige
Basis-Arbeit auf dem Programm. Man trainiert mit neuen Kursen
oft erstmal richtig zu stehen und zu atmen. Es gibt mehr als 100
unterschiedliche Atmungsarten, die müssen natürlich nicht alle
durchgegangen werden. Geeignet ist Qigong für jede Altersgruppe.
Ältere Teilnehmer sind keine Ausnahme in den Kursen.
Da die Praktizierenden seltener überhaupt
krank werden, empfinden viele Qi Gong in diesem Zusammenhang als
eine Art Vorbeugung. Ganz gemäß der traditionellen chinesischen
Medizin: das Verhindern ist genauso wichtig wie das Heilen.
Qigong ist ein Teil der Traditionellen
Chinesischen Medizin (TCM). Sein Ziel ist es, die Lebensenergie
des Einzelnen zu stärken, ihn körperlich, geistig und seelisch
flexibler zu machen. Qigong umfasst mit seinem ganzheitlichen
Ansatz gymnastische Elemente ebenso wie meditative Übungen.
|