Allergien nehmen in der heutigen Zeit zu. Woran
liegt dast?
Die Allergien haben in den letzten 20 Jahren
zugenommen. Es wird immer klarer, dass das Immunsystem in den
ersten zwölf bis 18 Monaten nicht ausreichend intensiv mit der
Umwelt Kontakt hat, soll heißen Kontakt mit Bakterien, Tieren
und weiteren Stoffen aus der Umwelt. Kinder von Bauern mit
Tierhaltung - ob in Finnland oder Äthiopien - haben die
wenigsten Allergien innerhalb einer Landesbevölkerung. Wir sind
heute sehr viel hygienischer. Deshalb nennt man die Theorie zur
Zunahme von Allergien auch Hygienetheorie oder Theorie des
westlichen Lebensstiles.
Ob es eine wirksame Prophylaxe bei Allergien
schon im Kindesalter gibt, ist es noch nicht bekannt.
Haustierhaltung im Säuglingsalter wird heute ernsthaft
diskutiert, Empfehlungen dazu wird es aber innerhalb der
nächsten zehn Jahre noch nicht geben. Ab dem ersten Lebensjahr
kann bereits der Tierkontakt zu spät für die richtunggebende
Entwicklung des Immunsystems sein. Ab dieser Zeitpunkt ist nur
noch die Allergenkarenz wichtig, das bedeutet möglichst wenig
oder gar kein Kontakt mit den Allergenen.
Nahrungsmittelallergien bezüglich der wichtigsten
Grundnahrungsmittel (Milch, Ei, Fisch) können allerdings noch ab
dem Grundschulalter rückläufig sein.
Folgende Allergien sind am weitesten
verbreitet und auf verschiedene Weise therapiert: Gräserpollen
durch Medikamente und Immuntherapie; Baumpollen: medikamentös
und durch Hyposensibilisierung; Hausstaubmilbe: mittels
Hausstaubsanierung oder Hyposensibilisation;
Nahrungsmittelallergie: durch Meidung (Karenz). Allergische
Reaktionen auf Wespenstiche oder Bienenstiche werden
immunologisch behandelt. Die Insektenstichallergien sollten
möglichst immer therapiert werden, da die lebensbedrohlich sein
können.
|