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Wie der Körper sich selbst kontrolliert

Um Medikamente gegen so schwerwiegende und noch unheilbare Krankheiten wie Krebs AIDS oder Alzheimer zu entwickeln, wird nicht auf das Prinzip Zufall gebaut. In verschiedenen Zentren für medizinische Biotechnologie werden gezielt interdisziplinäre Grenzen aufgebrochen.

Jahrelang arbeiteten Mediziner und Biologen eher aneinander vorbei. Doch inzwischen werden diese beiden Fächer immer stärker miteinander verzahnt, nicht zuletzt, um Synergien in der Medikamentenentwicklung zu schaffen. Man weiß die Wichtigkeit dieser Entwicklung zu schätzen, denn In der Medizin und der Biologie werden gemeinsame Interessen verfolgt, da sollte man doch auch zusammen an Lösungen arbeiten. Verschiedene Ansätze können nur hilfreich sein.

Erst seit wenigen Jahren wird also gemeinsame und systematische Grundlagenforschung betrieben und gelehrt. Mehrere Arbeitsgruppen befassen sich in Instituten und Kliniken mit Schwerpunkten wie Krebsforschung, Infektionskrankheiten oder Zellbiologie - und arbeiten dabei wiederum mit Forschungseinrichtungen aus aller Welt zusammen. Netzwerkbildung im großen Stil eben.

Ein wichtiges Betätigungsfeld ist die Erforschung von neuen Medikamenten. Früher eine alleinige Aufgabe der Pharmaindustrie, bemühen sich mittlerweile immer mehr universitäre Einrichtungen um die Entwicklung neuer Heilmittel. Zumindest bei der Entdeckung wirksamer Substanzen nehmen sie eine immer wichtigere Rolle ein. Es ist bekannt, warum diese Arbeit nicht besser ist aber dafür umso hilfreicher. Man ist nicht dem ökonomischen Druck der Wirtschaft ausgesetzt. Was nicht heißt, dass die Forscher alle Zeit der Welt besäßen. Nicht nur eine Organisation ist mit modernen Einrichtungen bestückt, Forschungsgelder gibt es auch nicht geschenkt. Doch Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.

Eine Krankheit, bei der - auf Grund ihres häufiges Auftretens - besonders viel Eile geboten ist, ist Alzheimer; eine Erkrankung die vor allem im Alter greift. Im Menschen sind immer währende Qualitätskontrollen im Gange, bis in jede kleinste Zelle hinein. Ohne diese Mechanismen würde permanent Proteinmüll abgelagert, bis die Zellen schließlich absterben. Ein Prozess, der sich im Gehirn eines Alzheimer-Erkrankten dann doch vollzieht, weil die Qualitätskontrollen im Alter überfordert sind. Der menschliche Organismus ist ursprünglich nicht darauf eingestellt, 80 Jahre und älter zu werden.

Im Laufe des Evolutionsprozesses werde diese Fehlfunktion sicher behoben, doch so lange wolle niemand warten. Deshalb wird es nach Substanzen geforscht, die überforderte Kontrollmechanismen wieder fit machen.

Das Arbeitsprinzip der Wissenschaftler könnte also Selbsthilfe für den Körper lauten. Man kann den Ansatz ganz einfach zusammenfassen: Wir lassen den Körper das Problem selbst beseitigen. Nur müssen wir ihn erst auf das Problem hinweisen.

 

 
     

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