Einzelne Nahrungsmittel der
mediterranen Ernährung
Kartoffeln und Getreideerzeugnisse
haben einen niedrigen glykämischen Index, da sie keine einfachen
Kohlenhydrate (Zucker), sondern komplexe kohlenhydratische
Verbindungen wie zum Beispiel Stärke enthalten. Diese
Verbindungen müssen zuerst im Körper gespalten werden, bevor sie
als Energiequelle dienen oder als Energiereserve ins Fett
umgewandelt werden können. Dass der Zucker gebunden ist, kann
demonstriert werden, indem man für eine Weile (2-3 Minuten)
einen Happen Brotkruste kaut. Dabei wird irgendwann einen
süßeren Geschmack wahrgenommen: Die Speichelenzyme spalten die
Speisestärke und das Endprodukt ist Glukose. Der glykämische
Index beschreibt die Eigenschaft eines Nährstoffes, das Blut mit
Glucose anzureichern. Zucker wird sofort nach der Aufnahme ins
Blut transportiert, deswegen haben Süßigkeiten einen hohen GI.
Andererseits haben z. B. Kartoffeln einen niedrigen GI, da der
gebundene Zucker nach der Aufnahme zuerst im Darm freigesetzt
werden muss.
Allgemein gilt, dass Lebensmittel mit einem
hohen glykämischen Index die Entstehung der KHK, und
möglicherweise auch Diabetes
mellitus, begünstigen -
innerhalb von kurzer Zeit wird viel Insulin ausgeschüttet, die
Zellen werden insulinresistent und "weigern" sich, den Zucker
aus dem Blut aufzunehmen. Somit bleibt der Glucosespiegel im
Blut hoch, was den Herzkranzgefäßen schadet. Diese Hyperglykämie
verursacht auch einen erniedrigten HDL-Spiegel (das gute
Cholesterin). Wie bereits erwähnt, setzt die mediterrane Küche
Zutaten mit niedrigem GI ein.
Weiterhin liefern Getreide und Kartoffeln
Vitamine, pflanzliches Eiweiß und Mineralstoffe. Ballaststoffe
sind ebenso vorhanden, in hoher Menge aber nur, wenn es sich um
keine Auszugsmehle handelt. Wichtig ist, dass das Brot ohne
Butter (oder Margarine) gegessen werden sollte, da Streichfette
reich an gesättigten Fettsäuren sind.
Olivenöl
Hauptbestand des Olivenöls ist die einfach
ungesättigte (EUF) Ölsäure, weitere Inhaltsstoffe sind
Flavonoide, Carotinoide, Tocopherole u.a. Diese Substanzen
wirken kardioprotektiv, die regelmäßige, tägliche Zufuhr kann
das Risiko für einen ersten Herzinfarkt erheblich senken. Dabei
werden unterschiedliche kardiovaskuläre Krankheitsmechanismen
beeinflusst. Zum Beispiel oxidieren EUFs langsamer als die
mehrfach ungesättigten Fettsäuren (MUFs), außerdem verfügt
Olivenöl über eigene Antioxidationsmittel: Phytosterole und
Oleuropein. So werden die LDL Partikel (das schlechte
Cholesterin) nur unvollständig oxidiert, was eine beginnende
Arteriosklerose (Arterienverkalkung) verlangsamt. Die LDL
Gesamtkonzentration wird unabhängig gesenkt, möglicherweise auch
den Blutdruck. Daraus kann man schließen, dass das Auftreten von
koronarer Herzkrankheit und der Gesamtfettkonsum nicht eindeutig
miteinander im Zusammenhang stehen. Viel wichtiger ist, welche
Art von Fett gegessen wird - gesättigte Fettsäuren sind
schlechter für die Gesundheit als Ungesättigte.
Nahrungsergänzungsmittel: was übernehmen die Kassen?
Fisch
Meeresfrüchte und Fisch bilden die Basis der
mediterranen Ernährung. Bei Fettfischen werden aufgrund des
hohen Gehaltes an den langkettigen Omega-3-Fettsäuren
Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure kardioprotektive
Wirkungen vermutet.
Die Wirkungen dieser Fettsäuren in der
Prophylaxe der koronaren Herzkrankheit sind bereits in mehreren
Studien untersucht. Gesamttodesfälle und kardiovaskuläre
Todesfälle werden seltener bei Patienten beobachtet, die sich
ballaststoffreich ernähren und mindestens 2 Mal wöchentlich
Fisch verzehren. Grund dafür ist die Plaquestabilisierung bei
Arteriosklerose. Im Normalfall sind diese Plaques leicht
verletzbar und können reißen. Der daraus resultierende
Blutpfropf (Thrombus) kann eine Aderverstopfung verursachen, was
dann zum Infarkt führt. Die Omega-3-Fettsäuren machen die
Plaques widerstandsfähiger, verhindern aber eine Neuentstehung
nicht (es gibt übrigens noch keine Möglichkeit, die
Arteriosklerose vollständig auszuschalten). Weiterhin wirken
Fischöle antiarrhythmogen auf das Herz, tödliche Arrhythmien
werden seltener beobachtet. Sie senken außerdem den
Triglyceridspiegel im Blut um bis zu 30 %.
Eicosanoide sind Substanzen, die vom Körper
aus Fischfetten produziert werden. Sie verbessern die
Fließeigenschaften des Blutes, indem sie die Entstehung von
Blutgerinnseln erschweren (die Thrombozytenaggregation wird
gehemmt). Auch Entzündungsprozesse verlaufen milder unter ihren
Einfluss. Darüber hinaus wird manchmal eine erhöhte
Gefäßdilatation beobachtet, was vorteilhaft bei Bluthochdruck
sein kann.
Was bedeutet
mediterrane Ernährung?
Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse sind
weitere Nahrungsmittel der mediterranen Kost.
|