Einzelne Lebensmittel der
mediterranen Ernährung
Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte
und Nüsse
Obst und Gemüse sind wichtige Lieferanten für
Nährstoffe wie Vitamine, Ballaststoffe und sekundäre
Pflanzenstoffe. Für die Entstehung der koronaren Herzkrankheit
sind besonders Antioxidanzien, Folsäure und Spurenelemente von
Bedeutung. Das Interesse an diesen Substanzen nimmt aufgrund der
Annahme zu, dass die LDL Oxidation eine wichtige Rolle bei der
Entstehung von arterieller Plaque spielt. Obst und Gemüse sind
gute Quellen für antioxidative Substanzen, wie Vitamin C,
ß-Carotin und sekundäre Pflanzenstoffe, z. B. Flavonoide. Das
Risiko für einen Tod durch KHK ist erniedrigt bei Patienten mit
hoher Flavonoidzufuhr, vor allem Quercetin, Kampferöl und
Myricetin. Auch Hülsenfrüchte und Nüsse
liefern Proteine, Ballaststoffe und essenzielle Fettsäuren wie
Alpha-Linolensäure (ALA). Diese
Omega-3-Fettsäure wirkt
kardioprotektiv. Im Gegensatz zu Eicosapentaensäure und
Docosahexaensäure beschreitet ALA einen anderen Stoffwechselweg
und wird nur zum Teil durch Verlängerung zu den langkettigen
Fetten umgewandelt. Das erklärt, warum ihre Wirkung
geringer ist als die Wirkung der ungesättigten Fettsäuren aus
Fischprodukten. Gute Quellen für pflanzliche
Omega-3-Fettsäure sind Kohl, Getreidekeimlinge, Portulak,
verschiede Bohnensorten, Leinsamen und Walnüsse sowie die aus
ihnen hergestellten Öle.
Eine erhöhte Homocysteinkonzentration im Körper kann
koronare Herzerkrankungen verursachen. Im Normalfall wird
Homocystein zu Methionin mithilfe von Folsäure (Vitamin B9)
abgebaut. Eine unzureichende Folsäureaufnahme hat einen Anstieg
vom Homocysteinspiegel im Blutserum, einem Risikofaktor für die
Entstehung der KHK, zur Folge. Der Verzehr von
Vollkornprodukten, Bohnen, Blattgemüse und Kohl erhöht die
Aufnahme des Folates. Der Genuss von
mindestens drei Portionen Gemüse und Obst täglich stellt einen
Schutzfaktor hinsichtlich der Herz-Kreislauf-Mortalität dar. Wer
also mehr als zwei Mal am Tag Obst und Gemüse isst, hat ein
niedrigeres Risiko an Herzinfarkt zu sterben, als jemand mit
einem Verzehr von weniger als einer Obst- und Gemüseportion am
Tag.
Nahrungsergänzungsmittel: was übernehmen die Kassen? Alkohol
In der traditionell mediterranen Ernährung
ist ein angemessener Weinkonsum zu den Mahlzeiten normal. Es
wird angenommen, dass auch der Alkoholkonsum zur geringeren
Sterberate für KHK in den Mittelmeerländern beiträgt. In
Frankreich werden tierische Fette reichlich verzehrt, trotzdem
sind die Infarkte dort seltener als in den nördlichen Ländern,
auch wenn der Raucheranteil und die Cholesterinwerte ähnlich
sind. Es wird vermutet, dass der Alkoholgehalt des Weins eine
größere Bedeutung für die
KHK Prophylaxe auf Dauer hat, als der
Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen, wie beispielsweise
Polyphenolen. Die kurzfristige kardioprotektive Alkoholwirkung
basiert auf den verbesserten Fließeigenschaften des Blutes:
schnellere Auflösung von internen Blutgerinnseln, Reduzierung
des Fibrinogenspiegels und verminderte Zusammenlagerung der
Blutplättchen, indem die Thrombozytenaggregation gehemmt wird.
Mittelfristig erhöht Alkohol das HDL-Cholesterin Anteil im
Blutserum. Die günstige therapeutische Breite
des Alkohols ist schmal, deswegen ist es schwierig, eine
generelle Empfehlung über die Höhe des Alkoholkonsums im Rahmen
der mediterranen Ernährung zu geben. Bereits kleine Mengen von
alkoholischen Getränken (weniger als 100 ml pro Woche) sind gut
für das Herz. Die höchste protektive und präventive Wirkung wird
bei einem Konsum zwischen 20 und 40 ml täglich für Männer und
zwischen 10 und 20 ml täglich für Frauen beobachtet. Die
erwähnten Mengen sind pures Ethanol, 400 ml Wein enthalten ca.
40 ml davon.
Rotwein enthält zehnmal mehr Polyphenole als Weißwein.
Quercetin, Catechin und Epicatechin sind stammen aus den
Traubenschalen und Traubenkernen. Diese Stoffe haben ein hohes
antioxidatives Potenzial und sind in der Lage, die Oxidation von
LDL Cholesterin zu verhindern. So kann diese "schlechte"
Fraktion von Cholesterin keine Ablagerung an der Gefäßwand
verursachen, was eine verlangsamte Arterienverkalkung
verursacht. Die Arteriosklerose lässt sich jedoch nicht
vollständig aufhalten.
Was ist eine mediterrane
Ernährung? Zum traditionellen mediterranen
Lebensstill gehören weiterhin
Fisch, Kartoffeln,
Getreideerzeugnisse und Olivenöl. |