Die Vollwerternährung als Bestandteil der
Naturheilmedizin
Die Vollwertkost kann als optimale
Nahrungszufuhr zur Prophylaxe empfohlen werden. Sie umfasst alle
Nahrungsmittel, die der Körper braucht, um leistungsfähig und
gesund zu bleiben. Die Energieaufnahme einer adäquaten Kost soll
einen ausgewogenen Energiehaushalt realisieren. Das ermöglicht
wiederum ein Körpergewicht, welches aufgrund vieler
statistischen Analysen empfohlen wird (BMI 20 bis 25). Bei
niedriger bis mittlerer körperlicher Tätigkeit reichen für
Frauen 2000 kcal/Tag und für Männer 2500 kcal/Tag aus.
Zusätzlich und ergänzend zu der klassischen
Vollwerternährung, befasst sich die Gießener Vollwerternährung
nach Prof. Leitzmann mit dem naturgerechten Standpunkt
der Nahrungsaufnahme.
Die Zutaten sollten "so natürlich wie
möglich" sein. Dies ist auch die Basis des Ausdruckes
Vollwerternährung. Nahrungsmittel, die nach Möglichkeit gering
verarbeitet worden sind, verfügen über den maximalen Inhalt der
natürlicherweise verfügbaren Inhaltsstoffe. Viele Gesellschaften
für Ernährung definieren vollwertig anders, und zwar als nur die
bedarfsgerechte Typisierung einer Kostform im Sinne der
Nährstoffzufuhr.
Beispiele für die naturbewussten und
wohltätigen Faktoren der Vollwerternährung entsprechend der
Gießener Formel:
- Fischverzehr ist gesund, aber aufgrund der Überfischung nicht
weltweit erfüllbar und hinsichtlich der Belastung durch giftige
Substanzen (vor allem Quecksilber) ist mit Vorsicht zu
empfehlen.
- Die Nahrungsmittel sollen hiesige Herkunft wenn möglich haben
und der Jahreszeit entsprechen. Das führt zu Reduktion der
Beförderungsdistanz und eine verminderte Treibhausgasbildung,
was schliesslich eine verlangsamte globale Erwärmung ermöglicht.
Nahrungsergänzungsmittel: was übernehmen die Kassen?
In der Vollwerternährung werden die kaum
verarbeiteten Nahrungsmittel sorgfältig zubereitet. Unerhitzte
Frischprodukte sollten eine hohe Quote ausmachen. Folglich und
auch durch ausgiebigen Konsum von Vollkornnahrungsmitteln werden
viele Ballaststoffe verzehrt, wie auch Vitamine und bioaktive
pflanzliche Stoffe, die sonst durch hohe Temperaturen zum Teil
inaktiviert würden.
Die Grundsätze der Gießener
Ernährungstherapie entsprechen prinzipiell den heutigen
Leitlinien für eine gesundheitsfördernde Ernährung und decken
sich mit den Erkenntnissen aus vielen epidemiologischen Studien.
Man sollte aber beachten, dass Rohkost im höheren Alter nicht
unbedingt verträgt werden kann. Viele Menschen über 70 leiden an
chronischer Unterernährung, kaloriendichte Zutaten sind da
sinnvoller.
Grundideen der Gießener Formel für
Vollwerternährung
- Vor allem fleischlose (pflanzliche) Kost
- Niedriger Konsum von Fleisch (maximal zwei Mal wöchentlich)
und Wurst
- Mehrfach am Tag Früchte und Gemüse (täglich mindestens 4). Sie
sollten möglichst frisch verzehrt werden. Lange Lagerungszeiten
im Kühlschrank senken eindeutig den Vitamingehalt.
Tiefkühlgemüse ist hier besser geeignet.
- Nicht viel Süßwaren, als Nachtisch besser Nüsse oder Früchte
- angemessene Flüssigkeitszufuhr, aber keine künstlich
gezuckerten Getränke
- kaum gesättigte Fette aus Fleisch und Molkereiprodukten
- Ausreichender Konsum ballaststoffreicher Nahrungsmitteln
(Vollkornbrot, Reis, Vollkornnudeln)
- Spärlich Salz
- Wenig alkoholische Getränke und hochprozentige pure
Spirituosen (etwas Alkohol wirkt jedoch gefäßprotektiv)
Auch wenn die Vollwertkost grundsätzlich
gesund ist, können einzelne Nährstoffe den Organismus schädigen.
Gefahren durch Salz und Fett
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