Ernährungstherapie bei Fettsucht und Übergewicht
Die Ernährungstherapie bei Fettleibigkeit
sollte immer in Verbindung mit einer adäquaten Bewegungstherapie
durchgeführt werden. Die alleinige Begrenzung der
Energieaufnahme führt fast nie zu einer dauerhaften
Gewichtsabnahme. Ausschlaggebend für eine nachhaltige Änderung
des Essverhaltens ist vor allem die Schaffung der
psychologischen Voraussetzungen (Motivation). Da das grobe
Wissen um eine gesunde maßvolle Ernährung oft vorhanden ist,
reicht bloße Vermittlung von Informationen nicht aus.
Manifeste Adipositasformen mit BMI über 40
weisen auf eine innerliche Essstörung wie Fressanfälle und
Heißhungerattacken und sollten zuerst durch psychotherapeutische
Therapien behandelt werden.
Realistisch gesehen sollte am Anfang die
Motivationslage erfasst werden, so wie sie auch in der
Raucherentwöhnung, Bewegungstherapie und bei der Stressreduktion
angewandt wird. Folgende Phasen werden immer wieder beobachtet:
1. Präkontemplation: Keine Verhaltensänderung geplant wegen
Unwissenheit,
Entmutigung oder Widerstand.
2. Kontemplation: Ungenau definiertes Vorhaben, in den nächsten
Monaten bis zwei Jahren das Verhalten zu ändern.
3. Vorbereitung: Hier wird in unmittelbarer Zukunft (vier
Wochen) beabsichtigt, dieVerhaltensweise zu ändern, es
existiert ein Plan.
4. Aktion: Umsetzung der Absicht.
5. Aufrechterhaltung: die Periode bis zur endgültigen
Stabilisierung, sechs Monate bis fünf Jahre.
Ein Drängen in Phase 1 durch
Familienmitglieder oder Ärzte ist in den meisten Fällen wirkungslos bzw.
ineffektiv. Für ausführliche Informationsgespräche und
Beratungen ist vor allem die zweite Stufe sehr
erfolgsversprechend.
Nahrungsergänzungsmittel: was übernehmen die Kassen?
Formula-Diäten und das eigentliche Abnehmen
Ernährungstherapeutisch sollte bei
Übergewicht eine energiereduzierte Mischkost konsumiert werden.
Um nachhaltig das Körpergewicht zu reduzieren, reichen 1000-1500
kcal täglich zumeist aus. Oft steht auf der Verpackung eine
Tabelle mit Nährwerten. Somit lassen sich die
aufgenommenen Energiemengen
leicht berechnen. Kalorienreiche Nährstoffe wie
Süßigkeiten, Cola und Alkohol sollten nicht verzehrt werden.
Viele flüssige Formuladiäten wie Juice Fast,
Modifast etc. werden als Alternativen des herkömmlichen Fastens
angeboten. Sie ermöglichen eine schnelle Gewichtsabnahme ohne
nennenswerten Muskelabbau. Aber auch diese Blitzdiäten ändern
das Essverhalten nicht, deswegen sollten Motivation und
Selbstdisziplin entsprechend stark gehalten werden. Erst wenn
man wirklich bereit ist abzunehmen, sollte man Präparate zur
Fettverbrennung kaufen, da diese "Cocktails" nicht immer günstig
sind.
Geschmack und Fettgehalt
Für viele ist die reduzierte Kalorienaufnahme
mit der Vorstellung verbunden, dass man sich mit Hasenfutter
stopfen muss. Rohe Karotten und geschmacklose Brechbohnen müssen
aber nicht unbedingt sein. Die chinesische Küche bietet
geschmackvolle,
kalorienarme Alternativen an.
Noch nicht geklärt ist, ob neben der
Energiezufuhr zusätzlich die Fettzufuhr als Bestandteil der
Nahrung reduziert werden soll. Epidemiologischen Studien haben
gezeigt, dass unter bedingt fettreichen und kohlehydratarmen
Diäten (Atkins-Diät, Montignac-Methode) eine bessere
Gewichtsabnahme erreicht werden kann als unter fettfreien
Ernährungsarten. Auf jeden Fall ist abzuwägen, dass fettreiche
Diäten nur sehr mühsam dauerhaft durchführbar sind wegen der
hohen Fleischzufuhr und nahezu vollständigem Verzicht auf
Kartoffeln, Nudeln und Brot. Solche Diäten können das Risiko für
Herzerkrankungen und Gefäßkrankheiten wie Arterienverkalkung
erhöhen. Zur definitiven Abschätzung ist die zusätzliche
Durchführung weiterer wissenschaftlicher Studien erforderlich.
Das Körpergewicht kann auch durch Fasten
reduziert werden. Das Heilfasten
hat aber auch andere gesundheitsfördernde Wirkungen.
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