Einführung in die moderne Ernährungstherapie
Eine angemessene Nahrungsaufnahme ist
Bedingung für die Gesundheit. Jahrelang wurde ihre Signifikanz
fast immer so beschrieben, dass mit der Nahrung sämtliche für
Struktur und Funktion des Körpers benötigten Stoffe in
genügender Menge eingenommen werden. Das Verhindern von
Mangelerscheinungen hat den Ton angegeben. Die Fixierung auf
essenzielle (lebensnotwendige) Nahrungsstoffe erkennt man zum
Beispiel an dem Ausdruck "Ballaststoffe". Früher wurden sie als
substanzlose Ballast betrachtet, denn genau genommen sind sie
keine lebenswichtigen Nahrungsmittel. Ihr Mangel verursacht
keine sofortigen Mangelsymptome. Trotzdem konnte durch
wissenschaftliche Analysen demonstriert werden, dass eine zu
mangelhafte Balllaststoffaufnahme die Gefahr für
Zivilisationskrankheiten steigt. Das gehäufte Auftreten von
Divertikulosen ist ein typischer Beispiel.
Vor etwa 20 Jahren konnten Wissenschaftler
nachweisen, dass der Verzehr von Obst und Gemüse das Risiko für
eine große Anzahl von Erkrankungen, vor allem Krebs,
Herzkrankheiten und Gefäßerkrankungen reduziert. Ursache für
diese protektive Wirkung sind nicht nur die bekannten
lebensnotwendigen Substanzen wie Mineralstoffe und Vitamine,
sondern auch die zweitrangigen sekundären Pflanzeninhaltsstoffe
mit bioaktiven Effekten spielen eine Rolle. Mittlerweile wird
die Nahrungsaufnahme als ausschlaggebend für die Prävention und
Prophylaxe erachtet. Zum Beispiel konnte gezeigt werden, dass
mit hoher Zufuhr von Ballaststoffen das Risiko für Kolonkarzinom
und Rektumkarzinom sinkt und dass pflanzliche Nahrungsmittel den
Bluthochdruck günstig beeinflussen. Auch Prostatakrebs und
Brustkrebs treten seltener auf.
Nahrungsergänzungsmittel: was übernehmen die Kassen?
Zugleich ist klar geworden, dass essenzielle
Nährstoffe, in erster Linie die Antioxidantien Beta-Carotin,
Vitamin C und E, eine vorbeugende Wirkung haben können,
natürlich in einer Dosis, die auf jeden Fall höher ist als die
benötigte zur üblichen Vorbeugung von Mangelerscheinungen.
Ausschlaggebend für diese Effekte sind keine isolierten Stoffe,
sondern die kombinierte Wirkung der Substanzen in den
pflanzlichen Nahrungsmitteln.
Ungefähr 50 % der Krankheiten in den
entwickelten Ländern basieren mittlerweile auf schlechten
Ernährungsgewohnheiten.
Ungeachtet der diversen Aufklärungsbroschüren
verbessert sich die Nahrungsaufnahme qualitativ nicht. Die Zahl
der Adipösen (Body Mass Index über 25 kg/m2) und stark
Übergewichtigen (BMI über 30 kg/m2) steigt dauerhaft an. In
Europa gehören bereits ungefähr 20 % der Erwachsenen zu diesen
beiden Gruppen.
Man sollte die einfachen
Grundbegriffe in der
Ernährungslehre kennen, um den Übersicht nicht zu verlieren.
|