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Grundbegriffe in der Behandlung mit Heilpflanzen

Die Naturprodukte werden selten in rohem oder unvorbereitetem Zustand appliziert. Die verschiedenen Aufbereitungsformen haben kurze lateinische Namen, um sie leicht unterscheiden zu können.
- Spiritus: Alkohol-Wasser-Extrakt meistens für äußerliche Anwendung
- Maceratio: Kaltwasserauszug, sehr geeignet bei schleimhaltigen Grünteilen
- Succus: Presssaft
- Aqua aromatica: Aromatisches Wasser
- Species: Tee-Mischung, der Tee kann gesüßt, ungezuckert oder mit Honig getrunken werden.
- Extractum: Trockenfluid oder Extrakt
- Syrup: dickflüssige Zubereitung mit mindestens 50 % Zucker. Die hohe Zuckerkonzentration erhöht für die Haltbarkeit und hat eine keimhemmende Wirkung
- Decoctum: Abkochung von festen oder zähen Teilen wie Rinden, Wurzeln und Hölzer
- Infusum: Aufguss von Blütenblättern oder Samen
- Suppositorium: Zäpfchen aus pulverisierten oder gemahlenen Extrakten
- Fertigmittel in Form von Dragees, Tropfen, Sirup, Tabletten, Kapseln und anderen
- Unguentum: Salbe aus Extrakten oder Tinkturen mit einer gut flüssigkeitsentziehenden Salbengrundlage. Es gibt weitere Begriffe, die wichtigsten sind detailliert beschrieben.

Die Salbengrundlage ist eine zusätzliche Zutat und sollte möglichst neutral und nicht künstlich hergestellt sein. Schweinefett ist an sich geeignet, da aber in der Schweinezucht chemische Stoffe verwendet werden, ist das Fett nicht immer rein genug. Besonders fettlösliche Antibiotika (zum Beispiel Rifampicin) und Wachstumshormone sind manchmal in hohen Konzentrationen vorhanden.

Heilpflanzliche Behandlung für gesetzlich Versicherte

Vaselin wird aus Erdöl gewonnen und besteht aus Kohlenwasserstoffen, genau wie Benzin und Diesel. Das Gleiche gilt auch für Paraffin. Es ist also wichtig, dass man auf die Grundlage aufpasst.  Bienenwachs, Talkum (Mineral), Talg und Lanolin sind natürliche Stoffe.

Belege für die Wirkung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert die Prinzipien zur Beurteilung der Unbedenklichkeit, Qualität und Wirksamkeit und der Zubereitung von weltweit bekannten Heilpflanzen wie Ginkgo biloba, Ginseng, Baldrian und Echinacea. Die ersten schriftlichen Nachweise über die Effizienz der Heilkräuter sind in alten ägyptischen Papyri zu finden, die biologische Heilkunde beschreibt viele einfache pflanzliche Mittel. Bei der Wahl der richtigen Kräutermedizin wird auf symbolische Eigenschaften wie Farbe und Form der Pflanze, besonders aber auf die empirische(erfahrungsgemäße) Wirkung geachtet. Trotz des kausales, mechanistisches Denkens in der Schulmedizin, bilden Pflanzeninhaltsstoffe wie Digitalis und Acetylsalicylsäure ein wichtiges Fundament der Pharmakologie.



Die Therapie mit Pflanzen ist wichtig bei Störungen des Wohlseins und "einfache" Erkrankungen. Sie steht sogar an erster Stelle der Behandlungsmöglichkeiten zum Beispiel bei Infektionen der Atemwege, bei funktionellen Störungen des Magen-Darm-Traktes, Entzündungen der Harnwege, bei Herz-Kreislauf-Krankheiten. Viele  altbekannte Wirkungen, wie die Einflüsse der Süßholzwurzel (Lakritze) auf Säureulzera, konnten wissenschaftlich aufgeklärt werden. Im obigen Beispiel hat der Inhaltsstoff Glycyrrhizin wachstumshemmende Effekte auf Helicobacter pylori. Aber auch für Krankheitsbilder wie Depression (Johanneskraut) und chronische Herzinsuffizienz (Weißdorn) gibt es pflanzliche Präparate mit bewiesener Wirkung.

Durch den deutschen Priester Sebastian Kneipp gewann die Heilpflanzenlehre zum Ende des 19. Jahrhunderts erneut an Bedeutung und wurde im 20. Jahrhundert weltweit eng verwandt mit der modernen Medizin.

Phytotherapeutische Verfahren können eingesetzt werden bei: gastroenterologischen, venösen und Gallenwegserkrankungen, in der Kardiologie, Pneumologie, Urologie, Gynäkologie, Dermatologie und Onkologie. Heilkräuter helfen auch bei neurologischen und psychischen Problemen.

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