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Heilpflanzen in der Gastrologie Teil II

Magengeschwür und Gastritis

Kamillenblüten haben bei Ulkus eine entzündungshemmende, antiphlogistische, und gleichzeitig krampflösende Wirkung. Kamillentee kann auch als Rollkur eingesetzt werden. Dabei trinkt man reichlich frisch zubereiteten Tee und liegt danach jeweils 10-15 Minuten auf dem Bauch, Rücken, der rechten sowie linken Seite. Um die Symptome zu lindern, werden schleimbildende Substanzen genommen. Magenschleimhautschutz verstärkende Stoffe nennt man Muzilaginosa. Schleimige gemahlene Leinsamen, Eibischwurzel und Malvenblätter sind alle Muzilaginosen.

Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das im Magen vorkommt und Geschwüre verursachen und verschlechtern kann. Die Wurzel der Süßholzpflanze enthält in hohen Konzentration Glycyrrhizin, was keimhemmend auf H. pylori und auch gleichzeitig  schleimhautschützend wirkt. Da jedoch die Substanz mineralocorticoide Effekte hat, unter anderem Wasserretention, ist bei längerer oder hochkonzentrierter Anwendung Vorsicht geboten.

Gallenproduktion

Wirkstoffe, die den Gallenfluss steigern werden Cholekinetika genannt. Die Choleretika erhöhen dagegen die Produktion und Sekretion von Galle in der Leber. Beide Gruppen von Heilkräutern dieser Art wirken zusätzlich krampflösend. Effektive Phytotherapeutika sind Gelbwurz (Curcuma), Schöllkraut, Erdrauchkraut und. Rettichwurzel und Gelbwurz wirken am stärksten. Vor einer Anwendung muss man sich vergewissern, dass keine Gallenabflussstörungen bestehen, wie Verwachsungen oder Stase durch Gallensteine.

Lebererkrankungen

Prophylaktisch gegen Leberschäden durch Chemotherapie können Mariendistelfrüchte (Silybum marianum) eingesetzt werden. Sie dienen als leberschützendes Antidot bei Knollenblätterpilzvergiftung und finden adjuvante (helfende) Anwendung  bei chronischen Leberkrankheiten. Für die akute Hepatitis sind sie nicht geeignet

Heilpflanzliche Behandlung für gesetzlich Versicherte.

Übelkeit und Erbrechen

Um die passende Heilpflanze gezielt zu wählen, muss zuerst die Ursache geklärt werden. Wenn im oberen Magen-Darm-Trakt Bewegungsstörungen auftreten, hilft Pfefferminz als Tee oder das ätherische Öl davon. Übelkeit, die auf einer gestörten Leberfunktion oder Gallenfunktion basiert, kann mit Kamille und Artischocke behandelt werden. Ingwerwurzel hilft bei Reisekrankheit. Da die Übelkeit und vor allem der mit ihr assoziiertem Brechreiz auch eine Schutzfunktion bei Vergiftungen hat, sollte man bei akutem Erbrechen nicht sofort hemmende Heilkräuter einnehmen.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Insgesamt spielt die Phytotherapie bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn eine bedeutende Rolle bei der Behandlung der Übelkeit und der Durchfälle.

Die üblichen entzündungshemmenden Mittel können versucht werden, wie zum Beispiel Boswellia serrata, Myrrhe und Flohsamen. Die verschiedenen Symptome lassen sich mit entsprechenden Heilpflanzen mildern: Heidelbeeren bei Diarrhö, Ingwer bei Übelkeit und Gelbwurzel bei Verdauungsstörungen (mehr dazu in Heilpflanzen in der Gastrologie Teil I)

weiter zu Phytotherapie in der Kardiologie

 
     

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