Heilpflanzen und
Lungenerkrankungen
Bei Erkrankungen der Atemwege und Lungen
haben Heilkräuter eine große Bedeutung. Die Heilpflanzen können
entzündungshemmend, reizlindernd und schleimhautschützend
wirken. Sie hemmen die Keimbesiedlung des Lungengewebes,
steigern die Durchblutung und lösen den angesammelten Schleim.
Sie erleichtern auch das Abhusten von Sekreten -
expektorationsfördernde Wirkung. Die Anwendung erfolgt durch
Einreibung, oral oder kombiniert mit Hydrotherapie oder
thermalen Maßnahmen. Das Einatmen der aktiven Substanzen wird
Applikation "per inhalationem" genannt. Inhaliert werden vor
allem die ätherischen Öle einer Heilpflanze. Die wichtigsten
Wirkungsgruppen der relevanten pflanzlichen Stoffe sind
nachfolgend präsentiert.
Pflanzen, die die Schleimproduktion
erhöhen benutzt man bei trockenem Husten, da sie die
Lungenschleimhaut beruhigen und den Grad der Reizbarkeit
herabsetzen können. Beispiele sind Huflattichblättern,
Spitzwegerichkraut und Eibisch. Kinder profitieren
besonders von Behandlungen mit Wollblumen, auch Königskerze.
Aromatika erleichtern das Abhusten und
Durchatmen und hemmen teilweise auch die Entzündungsprozesse und
das Keimwachstum. Hierzu zählen
Kampfer als ätherisches Öl in Lorbeerpflanzen und Campherbaum,
Eukalyptus, Pfefferminzöl und Thymiankraut. Bei Asthma
sind diese Stoffe eher ungeeignet, da sie einen Asthmaanfall
verursachen, oder bestehenden Status asthmaticus verschlechtern
können. Wegen der Gefahr eines Spasmus der Atemwege oder einer
Verkrampfung der Muskulatur der Stimmlippen, dürfen keine
intensiv duftenden Stoffe bei Kleinkindern angewandt werden.
Heilpflanzliche Behandlung für gesetzlich Versicherte
Krampflösend bei
Keuchhusten und Asthma wirken
Sonnentaukraut, Efeublätter und Thymiankraut. Die Bronchien
erweitern sich infolge der Erschlaffung der Bronchialmuskulatur
und das Atmen wird erleichtert.
Durch eine seifenartige Wirkung lösen
Saponinsubstanzen festsitzenden Schleim und reizen
gleichzeitig Teile des Nervensystems, die für die Aktivierung
der Drüsen im Lungengewebe verantwortlich sind. Dadurch wird der
Schleim reflektorisch verflüssigt. Die Flüssigkeit bewirkt eine
gesteigerte Tätigkeit der eigenen Transportmechanismen der
Lunge, wird nach oben gebracht und leichter abgehustet. Der
beschriebene Zusammenhang ist auch für den Hustenreiz
verantwortlich, wenn man sich mit Wasser oder Saft verschluckt.
Süßholzwurzel, Efeublätter und Schlüsselblumenwurzel enthalten
Saponine
Lindenblüten und Holunderblüten sind
schweißtreibend und ähneln Fieber in ihrer Wirkung. Bei der
Anwendung muss man ausreichend trinken, um die Wasserverluste
des Körpers auszugleichen.
Salicylsäure hat antiphlogistische (entzündungshemmende)
Effekte und ist deswegen bei Grippesymptomen sinnvoll. Der
Handelsname Aspirin® kommt aus dem lateinischen Namen der
Mädesüß (Spirea). Weidenrinde ist der phytotherapeutische Ersatz
für die Acetylsalicylsäure aus der Apotheke. Besonders bei
prophylaktischer Anwendung haben Sonnenhutwurzel und
Sonnenhutkraut eine immunmodulierende Wirkung - sie
steigern die eigenen Immunkräfte bei Infektionen und helfen auch
bei schwerheilenden Wunden.
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Heilpflanzen in der Orthopädie und Neurologie
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