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Heilpflanzen in der Orthopädie und Neurologie

Schmerzhafte Gelenke, Muskeln und Sehnen

Arthrose, Rheuma und schmerzhafte Muskelverspannungen sind Erkrankungen, die mit Heilkräutern beeinflusst werden können. Phytotherapeutika werden innerlich und auch äußerlich eingesetzt. Das Ziel der Behandlung besteht vor allem in der Linderung von Schmerzen und Beseitigung der Entzündungsprozessen. Auch wenn die Entzündung nicht zu komplett zu eliminieren ist, können pflanzliche Extrakte oft eine Verbesserung schaffen. Die entschlackende Wirkung ist zwar noch nicht mit festen Beweisen belegt, viele Betroffene berichten jedoch über positive Erfahrungen. Wirksam gegen Entzündungen und Schmerzen sind Eschenrinde, Weide, Mädesüß und Brennessel.


Diese Pflanzen enthalten Salicylate, die eine bestimmte Enzymgruppe im Körper hemmen - die Cyclooxygenasen (COX). Die Enzyme sind verantwortlich für die Synthese von entzündlichen Hormonen. Wenn die Hormonen nicht oder in nur kleineren Mengen produziert werden, kann sich eine Entzündung unter körpereigenem Einfluss nicht ausbreiten. Deswegen sind salicylhaltige Pflanzen wirksam bei Arthroseschmerzen, Muskelverspannungen und Muskelkater. Übrigens setzt Aspirin® Salizylsäure frei, was auch Salicylate bildet.

Heilpflanzliche Behandlung für gesetzlich Versicherte

Die äußerlich angewandten Substanzen basieren auf dem Prinzip der Gegenwirkung. Sie verursachen keine zusätzlichen Schmerzen, sondern wirken reizend auf die Haut, was meistens als Hitze oder Kälte empfunden wird. Dieses subjektive Empfinden führt zur Schmerzdämpfung. Eingesetzt werden Rosmarin, Heublumen, Eukalyptus, gemahlene Chilis (Cayennepfeffer). Wenn die Haut unbeschädigt ist, können bei Prellungen und Verstauchung  Rotöl aus Johanniskraut und Beinwell appliziert werden. Arnica montana ist auch geeignet.

Mit dem Arzneimittel Colchicin werden Gelenkschmerzen bei Gicht behandelt. Es wird aus Herbstzeitlosen gewonnen, gilt aber nicht als Mittel der pflanzlichen Naturheilkunde, da es erstens extrem giftig und zweitens kein Gemisch von unterschiedlichen Wirkstoffen ist (mehr Informationen darüber sind in Grundbegriffe der Phytotherapie zu finden).

 

Neurologische Störungen

Es gibt insgesamt fünf Gruppen von neuroaktiven Heilpflanzen, die Einteilung basiert auf den entsprechenden Indikationen. Für die meisten Behandlungen gilt, dass eine längere Anwendung notwendig ist, bevor ein positiver Effekt auftritt.

Gegen tägliche Unruhe wirken Hopfenzapfen, Baldrianwurzel und Passionsblumenkraut. Auch das Einschlafen wird leichter, was den Nachmittagsschlaf erleichtert. Besonders geeignet für die Nacht (Nachtsedativum) sind Lavendelblüten. Sie werden bei Schlaflosigkeit eingesetzt. Wie auch unter sedierenden Medikamenten, sollten während der Einwirkung keine wichtige Entscheidungen getroffen, oder Maschinen gesteuert werden.

Bei Depressionen hilft Johanniskraut, das haben viele Studien belegt. Auch Hopfen ist zum Teil antidepressiv. Gegen Angstattacken wirksamer Kava-Kava-Wurzelstock wird nicht mehr benutzt, da er toxisch für die Leber sein kann.

Extrakte aus Ginkgo biloba können bei beginnender Demenz eingenommen werden. Da sie die Durchblutung steigern, sind sie indiziert bei altersbedingten Gedächtnisstörungen, Tinnitus, arterieller Verschlusskrankheit und Schwindel und Vertigo. Eleutherokokk und Ginseng erhöhen Stressresistenz und Konzentration. Nachlassende Leistungsfähigkeit und Müdigkeit lassen sich dadurch ebenfalls therapieren. Koffeinhaltige Präparate aus Guarana, Schwarztee und Kaffee stimulieren und machen schneller wach, erhöhen aber die psychische und physische Erschöpfung. Koffein hat auch Abhängigkeitspotenzial, das nicht zu unterschätzen ist. Es kann durchaus vorkommen, dass die allgemeine Müdigkeit überhaupt auf einer zu hohen Koffeinzufuhr basiert.

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