Heilpflanzen und urologische Krankheiten
Indikationsbereiche für pflanzliche
Naturprodukte in der Urologie sind die entzündlichen Krankheiten
der ableitenden Harnwege und die gutartige Vergrößerung der
Prostata. Gerade bei Prostatahypertrophie sind die Phytopharmaka
oft die erste Wahl der Therapie.
Benigne Prostatahypertrophie
Bei dieser urologischen Krankheit wird die
antihormonelle (insbesondere die antigonadotrope), aber auch
reiz- und entzündungshemmende Wirkung der Pflanzen ausgenutzt.
Geeignet sind Kürbiskerne, Sägepalme und Brennnesselwurzel (Sabal
serrulata). Die Heilkräuter wirken vor allem auf den
Beschwerdekomplex ein, weniger auf die fortschreitende
Hyperplasie der Prostata. Um erfolgreich zu sein, müssen die
Anwendung langfristig angelegt sein. Eine bösartige
Tumorerkrankung wie Prostatakarzinom muss diagnostisch
ausgeschlossen sein.
Kürbiskerne sind sinnvoll auch bei Reizblase bei Frauen.
Entzündungen der ableitenden
Harnwege
Aquaretische Substanzen erhöhen die Durchblutung
der Niere, was zu einer vermehrten Urinausscheidung führt.
Dieser Effekt kann mit einer gesteigerten Flüssigkeitszufuhr
kombiniert werden, um eine zusätzlich durchspülende Wirkung bei
Harnwegsinfekten und Blaseninfektionen zu erreichen. Im Gegensatz zu in der
Schulmedizin eingesetzten Diuretika, verursachen Aquaretika
keinen Verlust von Natrium und anderen Elektrolyten im Körper.
Heilpflanzen mit dieser Wirkung sind Goldrutenkraut,
Schachtelhalmkraut, Ortosiphon und Petersilie. Es ist zu
beachten, dass bei der Anwendung eine Blutdruckerhöhung
auftreten kann.
Heilpflanzliche Behandlung für gesetzlich Versicherte
Keimhemmende pflanzliche Stoffe mit
desinfizierender Wirkung in der Blase und den Harnwegen stellen
eine weitere Möglichkeit dar, urogenitale Infektionen zu
behandeln. Geeignete Substanzen sind Senfölglykoside, enthalten
in Kresse und Rettichpflanzen. Sandelholz und Bärentrauben sind
weitere antiseptische Pflanzen. Da Preiselbeerblätter spezifisch
gegen das Bakterium Escherichia coli (E. coli) wirken, sollten
die Patienten den Arzt nach dem Erreger fragen.
Bärentraubenblätter sind bei saurem Harn schlechter wirksam.
Darüber hinaus dürfen sie nur über eine Woche und maximal fünfmal
im Jahr eingesetzt werden.
Wegen ihrer reizmildernden Wirkung können die
unter Prostatavergrößerung genannten Heilpflanzen nützlich sein
bei Infektionen des Urogenitaltraktes mit Reizblase.
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