Neue Methoden für die Arteriosklerose
Arteriosklerose, umgangssprachlich auch
Arterienverkalkung und veraltet Arterisklerose genannt, ist in Europa nicht nur eine
Volkskrankheit, sondern auch Todesursache Nummer 1. Wenn sich
die Schlagadern durch Ablagerungen verengen und verharten, können Herzinfarkte
und Schlaganfälle die Folgen sein.
In den entwickelten Ländern wird das gesamte
Spektrum an Herzkrankheiten abgedeckt, die Behandlung von
Arteriosklerose genießt jedoch höchste Priorität; schließlich
gehört sie zu unserem Alltag. Die Kardiologen müssen oft dann
Hand anlegen, wenn es schon fast zu spät ist, denn die Verengung
der Gefäße ist ein schleichender, unbemerkter Prozess. Was
eigentlich nicht sein müsste. Nicht nur, weil ein wenig
Eigenverantwortlichkeit des Patienten, sprich eine gesündere
Ernährung, ausreichend Bewegung und der Verzicht auf Nikotin das
Risiko einer akuten Arteriosklerose verringern könnte. Was
fehlt, ist ein fundiertes, flächendeckendes
Früherkennungsprogramm.
Es werden diverse Vorsorgeuntersuchungen
angeboten, beispielsweise bei Krebs. Bei Arteriosklerose gibt es
das noch nicht. Dabei sollten sich jede Frau und jeder Mann ab
40 auch diesbezüglich regelmäßig untersuchen lassen. Auch
Erkrankungen in der Familie lassen bereits auf ein genetisches
Risiko schließen. Wer den eigenen Lebensstil sowie Blutdruck und
Fettwerte im Blick hat, kann sich sogar das eigene Infarktrisiko
mittels verschiedener Programme im Internet berechnen lassen.
Die Beratung durch den Kardiologen ersetzen
solche Rechnungen selbstverständlich nicht. Und während jemand,
der sein ganzes Leben lang schlemmt und raucht, ein stolzes
Alter erreicht, kann jemand anders schon in jungen Jahren
Probleme bekommen.
Wenn schließlich eine Behandlung unumgänglich
wird, stellt sich die Frage nach der richtigen Methode. Der
klassische Weg ist die Aufdehnung der Arterien mit Hilfe von
Ballons oder Implantaten, den so genannten Stents. Doch nicht
immer bietet sich der Einsatz von Stents an, vor allem in
beweglichen Körperregionen wie Hüfte oder Kniekehle ist er nicht
unproblematisch. Hier werden Verengungen mit einer Atherektomie
behandelt. Ein Katheter mit einem kleinen rotierenden Messer
wird in die Ader gelassen und diese wird ausgeschält. Diese
verbesserte Kathetertechnik aus den USA findet immer häufiger
Anwendung.
Wenn die Ärzte die Forschung im Auge
behalten, können die Patienten optimal versorgt werden. Ein
Katheter kann ambulant eingesetzt werden und soll harmloser als
der Besuch beim Zahnarzt sein.
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