Herzrhythmusstörungen
Unter Arrhythmie (falsch: Arhythmie oder Aritmie) versteht man
im Allgemeinen die Unregelmäßigkeit eines sonst in gleichmäßigem
Takt, rhythmisch ablaufenden Vorgangs der Herzschlagfolge. Die
Abweichung vom normalen Schlagrhythmus des Herzens manifestiert
sich hauptsächlich in der Form von unregelmäßigen oder
wechselnden Schlagfrequenzen. Die Pulsfrequenz oder die Zahl der
Herzaktionen bzw. Häufigkeit des Herzschlags pro Minute ist
abhängig von Alter, Geschlecht, Befinden, Tätigkeit, Körperhaltung und
anderen Faktoren und beträgt im Mittel für den gesunden
Erwachsenen im Sitzen etwa 60-75 (80 im Alter) pro Minute.
Natürliche Folge körperlicher Anstrengung und psychischer
Erregung ist ein Puls, der über die normale Frequenz hinausgeht.
In manchen Fällen, besonders bei Kindern und Jugendlichen,
wechselt der Puls mit der Atemfrequenz. Diese "respiratorische"
Arrhythmie ist physiologisch normal.
Heilpflanzen
Heilpflanzliche Mittel eignen sich besonders
für funktionelle Beschwerden bei Herzerkrankungen, die keiner chemisch-medikamentösen
Behandlung bedürfen und trotzdem als störend empfunden werden.
Mit Wolfstrappkraut lassen sich Dauer und Häufigkeit der
Herzjagenanfälle bei Spannungszuständen senken. Die Heilpflanze
findet außerdem Anwendung bei leichter Hyperthyreose
(Basedow'sche Krankheit). Ebenso gegen innere Unruhe und
Schlaflosigkeit (beide herzschädigend) werden Hopfenzapfen,
Baldrianwurzel und Melissenblätter empfohlen. Eine
generelle Stressvermeidung ist anzustreben.
Weißdorn mildert Druckgefühle in der
Herzregion. Besonders die Blüten sind reich an Crataegussäure,
die in der Lage ist, Gefäße zu erweitern. Diese Gefäßdilatation
verbessert die Durchblutung des Körpers und entlastet den
Herzmuskel, was das Auftreten eines unregelmäßigen,
wahrnehmbaren Pulsschlags (Herzklopfen) verhindert. Die
beruhigende Wirkung wird auch bei Schlafstörungen und Migräne
(Kopfschmerzen) genutzt.
Naturheilkunde bei Herzproblemen,
übernahme durch die Krankenkassen
Da Herzbeschwerden auch Ausdruck anderer
Störungen im Körper sein können, sollte man die entsprechenden
phytotherapeutischen Ansätze kennen. Übermäßige Nahrungsaufnahme
führt zu Gasansammlungen im Magen und Darm, was indirekte
Kompression auf das Herz ausübt. Mögliche Folgen dieses sog.
Roemheld-Syndroms sind Extrasystolen, Schlaflosigkeit und
Herzklopfen. Geeignete Heilkräuter bei
Blähungen, Aufstoßen,
Schweregefühl im Bauch und
Verstopfung (Obstipation):
Kümmelfrüchte, Fenchelfrüchte, Pfefferminzblätter,
Kamillenblüten, Pomeranzenschalen.
Herzklopfen
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Herzklopfen ist das Spürbarwerden der
normalerweise nicht oder kaum bemerkten Herztätigkeit
bei besonders kräftigen und beschleunigten
Herzbewegungen und ist ein häufiges Symptom bei
erregbaren und nervösen Menschen. Geeignete Heilpflanzen
gegen Nervosität und gesteigerte psychische Erregbarkeit
sind Baldrian, Lavendel, Johanniskraut und Kawa-Kawa
(alternativ Kavakava). Homöopatische Mittel gegen
Nervosität und Ängstlichkeit: Argentum nitricum, Rhus
tox, Ambra und unter Umständen Arnica. |
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Pulsarten
Die Herzschlagbeschleunigung auf über 90-100
Schläge pro Minute wird als Tachykardie bezeichnet. Sie
tritt z.B. bei Fieber und bei Infektionskrankheiten, bei
Erregungszuständen mit gleichzeitiger oder krankheitsbedingter
Sympathikusreizung und Vaguslähmung auf. Ein dauerhaft schneller
Puls kann auch Zeichen einer organischen Herzerkrankung sein.
Hormonalbedingte metabolische Erkrankungen wie Hyperthyreose
sind verantwortlich für eine ausgeprägte Beschleunigung der
Herzfrequenz, was auch wegweisend für die Diagnose sein kann.
Herzjagen oder paroxysmale Tachykardie
ist die plötzliche, anfallsweise auftretende Pulsbeschleunigung
meistens ohne erkennbaren Grund. Diese Form von Arrhythmie wird
oft als störend empfunden, in der Regel ist sie jedoch
ungefährlich. Der Anfall selbst kann lediglich eine oder zwei
Minuten, aber auch viel länger andauern, bevor der Puls sich
plötzlich wieder normalisiert. In ernsthafteren Fällen können
spezielle Medikamente, einschließlich Chinidin oder
Digitalispräparate (Digitoxin bei Nierenkranken und Digoxin bei
Leberkranken) verordnet werden.
Der langsame Puls, Bradykardie, ist
bei sportlich trainierten Menschen häufig und normal, tritt
jedoch sonst selten auf. Typisch ist eine
Herzschlagverlangsamung unter 50-55 Schläge pro Minute.
Krankhafte Ursachen können sein Sympathikuslähmung oder
Vagusreizung, Gelbsucht, Typhus, erhöhter Hirndruck nach Trauma,
Blutungen, Ödem oder Hydrozephalus. Die Pulsfrequenz ist
erniedrigt bei Vergiftungen mit Betablockern, Clonidin,
Digitalis.
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Behandlung von Arrhythmien
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