Tipps: Was muss man beim Abschließen einer
privaten Krankenversicherung beachten
Die folgenden Tipps helfen bei der
Überprüfung von allen, aber nicht bei der Wahl eines bestimmten,
aktuellen Versicherungstarifs, denn das muss jeder für sich
entscheiden. Die Hinweise sind geeignet sowohl für Mitglieder
der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die ihre Gesundheit
mit einer Krankenzusatzversicherung besser schützen möchten, als
auch für privat Versicherte, die eine Erweiterung der
Leistungen, oder den Tarif oder gar den Anbieter wechseln
wünschen.
Bitte unbedingt
berücksichtigen
Es kann nicht eindeutig genug betont werden,
dass sich jeder möglichst umfassend informieren sollte, bevor die
Entscheidung fällt. Es kann vorkommen, dass Anbieter von
Vergleichsangeboten nicht alle auf dem Markt tätigen
Versicherungsunternehmen berücksichtigen, zum Beispiel, weil die
Provision nicht hoch genug ist, oder aber auch weil eine
vollständige Marktübersicht einfach zu kompliziert und aufwendig
wäre.
Also, je mehr Informationen gesammelt werden
(und zwar durch mehrere, von einander unabhängige Quellen,
sprich Vermarkter, Berater und Vergleichsseiten), desto höher
die Wahrscheinlichkeit, dass der abgeschlossene Vertrag sich
später tatsächlich als günstig erweist. Die Tipps sind
kommentiert, manchmal sind auch Vergleiche zum System des
gesetzlichen Krankenkassen zwecks Übersichtlichkeit hinzugefügt.
Tipp: Auf Rückerstattung von
Beiträgen achten
In der GKV zahlen die Mitglieder
unterschiedliche Beiträge (je nach Einkommen), jedoch bekommen
alle stets die gleichen Leistungen (falls erforderlich). Das
nennt man Solidaritätsprinzip.
Es wird oft behauptet, dass private
Krankenversicherungen auf einem anderen Prinzip basieren: dem
Äquivalenzprinzip, wo jeder unterschiedliche Beiträge zahlt (je
nach persönlichem Gesundheitsrisiko), um Anspruch auf dieselbe
Leistung zu haben. Das stimmt nicht so ganz.
Die Tarife gelten nicht für einzelne
Personen, sondern für Personengruppen mit ähnlichen
gesundheitlichen Risiken. Wer zum Beispiel 30 Jahre alt,
weiblich und nicht chronisch erkrankt ist, bekommt meistens das
gleiche Angebot (innerhalb einer Versicherungsgesellschaft zum
gleichen Zeitpunkt), wie die nächste 30-jährige, weibliche,
gesunde Person. Wenn man Angebote im Internet vergleicht, werden
bei gleichen Angaben beim jeweiligen Anbieter auch gleiche
Tarife angezeigt. Weitere Informationen zum wichtigen Begriff "Versicherungstarif"
liefert
Wikipedia.
Dadurch werden Mitgliedsgruppen gebildet, die
zum größten Teil sich selbst unterstützen müssen. Das heißt,
gleicher Beitrag und gleiche Ansprüche für alle Patienten
innerhalb der Gruppe, was eigentlich dem Solidaritätsprinzip der
gesetzlichen Krankenkassen entspricht. Der Unterschied zwischen
den beiden Versicherungsarten ist also kleiner, als man häufig
annimmt.
Auch privat Versicherte müssen
für Fremdkosten aufkommen
Je öfter einzelne Mitglieder Leistungen
beanspruchen, desto teuerer wird es für die ganze Gruppe. Es ist
kaum möglich, im Nachhinein erkrankte Mitglieder aus der
Gruppe auszuschließen, oder nur von ihnen mehr Geld zu
verlangen. Für einen Ausschluss ist eine Zustimmung des
betroffenen Versicherten immer erforderlich (Ausnahme: man hat
bei der Antragsstellung falsche Angaben gemacht). Lediglich eine
gewünschte, spätere Leistungserweiterung darf zu
Lasten des Einzelnen gehen.
Die Beitragshöhe wird unter Berücksichtigung
von Alter, Umfang der gewollten Leistungen, Geschlecht und
gesundheitlichem Zustand beim Eintritt festgesetzt. Was danach
passiert, muss die ganze Gruppe solidarisch finanziell decken.
Das Einkommen selbst spielt grundsätzlich eine untergeordnete
bis keine Rolle.
Anders als bei der GKV dürfen die privaten
Krankenkassen ohne Zustimmung des Versicherten den vereinbarten
Leistungsumfang später nicht begrenzen oder durch
minderwertigere Alternativen ersetzen. Für (zusätzlich) privat
versicherte Teilnehmer existiert die Gefahr nicht, dass sie
immer mehr bezahlen müssen und gleichzeitig immer weniger
Gegenleistungen bekommen.
Der vereinbarte Beitrag darf im Laufe der
Zeit steigen, jedoch nicht willkürlich. Wenn die Kosten für die
festgelegten Leistungen steigen, wird der Beitrag entsprechend
angepasst. Die Kontrolle ist strikt, es müssen tatsächlich
gestiegene Kosten vorliegen. Es gibt keine festgelegten,
verpflichtenden "Straferhöhungen", mit denen man später auf
jeden Fall rechnen muss. Theoretisch ist es möglich, dass die
ursprünglichen Beiträge für alle auch sinken und zwar, falls
Behandlungen billiger werden. Da aber im Laufe der Zeit die
medizinische Versorgung in der Regel teurer wird, sind
Beitragserhöhungen meist unumgänglich, Beitragsminderungen
dagegen ziemlich unwahrscheinlich, oder zeitlich begrenzt.
Was ist eine
Beitragsrückerstattung?
Der Tipp: in manchen Tarifen wird eine
Beitragsrückerstattung angeboten, wenn man Leistungen nicht in
Anspruch nimmt. Diese Möglichkeit muss wiederum genau geprüft
werden, da die Grundbeiträge dabei manchmal etwas höher sind. Es
kann nämlich passieren, dass die vereinbarte Minderung entweder
relativ klein ist, oder aber die Bedingungen sich später als
unrealistisch erwiesen. Was im Moment unnötig erscheint, kann
sehr schnell notwendig werden. Dann hätte man eine teuere
Krankenversicherung mit der Option einer Rückerstattung, von
dieser Option kann aber keinen Gebrauch gemacht werden.
Durch die Beitragsrückerstattung einer
richtig gewählten Zusatzversicherung lassen sich gegebenenfalls
auch die Kosten im Alter reduzieren. Wie schon oben beschrieben,
steigen die Ausgaben nicht direkt altersbedingt. Wer also
versucht, gesund zu bleiben, kann von niedrigeren Zahlungen auch
im Alter profitieren.
Alternativmedizin als
"günstige Alternative"
Da einerseits Leistungen wie Besuch beim
Heilpraktiker, homöopathische Behandlung, heilpflanzliche Mittel
die Lebensqualität verbessern, und andererseits durch
zusätzliche Versicherungen übernommen werden können, ist es auch
Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen durchaus möglich,
diese Naturheilverfahren zur Aufrechterhaltung der Gesundheit
sehr günstig in Anspruch zu nehmen. Die Übernahme ist oft
individuell.
Es sollte übrigens auch geprüft werden, ob das
sinnvolle Vorziehen einer alternativemedizinischen Therapie mit
einer höheren Rückerstattung verbunden ist. Unnötige oder
doppelte schulmedizinische Maßnahmen sind eine der wichtigen
Ursachen der Kostenexplosion im Gesundheitswesen und auch
private Versicherungsgesellschaften sind auf Sparmaßnahmen
angewiesen. Dabei werden immer häufiger natürliche und
nebenwirkungsarme Heilmethoden bevorzugt.
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