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Gesetzliche Krankenkassen können die Kosten für Naturheilverfahren übernehmen

Die Wirtschaftlichkeit des Gesundheitssystems soll immer strenger kontrolliert werden. Der Gesetzgeber versucht, Kosten zu sparen, dabei sollen die Ersparnisse nicht zu Lasten der Patienten gehen. Das bedeutet, dass auch unwirtschaftliche, allerdings mit nichts zu ersetzenden wirkungsvollen Verfahren weiterhin von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden müssen. Genau das ist der häufigste Grund, warum Homöopathie, Phytotherapie, Akupunktur und die restlichen alternativen Heilmethoden nur bedingt bezahlt werden. Die Behandlung von Morbus Crohn stellt eine der bekannteren Außnahmetherapien mit Heilpflanzen dar.

Mit den Verfahren der Alternativmedizin lässt sich zurzeit nicht viel Geld verdienen. Es gibt keine wirklich bedeutsamen Organisationen und Verbände, die die Interessen der Naturheilmethoden vertreten. Folglich finden sich nicht viele Heilpraktiker, die große Studien finanzieren würden oder könnten, wodurch eine entsprechende zweifellose Wirkung, die auch noch mit nichts zu ersetzen ist, nachgewiesen werden könnte. Die möglichen effizienten Verfahren der Natur wurden schon vor Hunderten von Jahren beschrieben und lassen sich somit nicht mehr patentieren. Es ist äußerst schwierig, jemanden zu finden, der Geld in etwas investiert, was dann von allen und zwar ohne Beteiligung an den Zulassungskosten angeboten werden kann. Andererseits, bleibt gerade deswegen der Besuch beim Heilpraktiker eher günstig. Trotzdem muss man unbedingt selber für die Kosten aufkommen. Viele private Krankenkassen nutzen dieses Verhältnis, um entweder direkt oder als zusätzliche private Krankenversicherung auch für gesetzlich Versicherte eine alternativmedizinische Behandlung anzubieten.

 

Kein Patentschutz für Naturheilmethoden

Neuen Medikamenten wird Patentschutz gewährt : dem Entwickler, bzw. Investor wird für eine gewisse Zeit die Möglichkeit gegeben, das Produkt alleine anzubieten, um die Forschungs- und Entwicklungskosten zurückzubekommen. Die Kosten für den Wirkungsnachweis sind groß. Dazu kommen auch weitere Ausgaben für den Nachweis, dass es keine gravierenden, sondern gegebenenfalls lediglich beherrschbare, akzeptable Nebenwirkungen gibt. Dies muss durch große Studien mehrmals belegt werden. Das Planen und die Durchführung deren kostet Geld, aber auch die Probanden bekommen teilweise eine Aufwandsentschädigung.
 

Problem: Die meisten Naturprodukte sind nicht rezeptpflichtig

Noch genauer betrachtet haben insbesondere homöopathische Produkte und Präparate aus Heilpflanzen momentan kaum eine Chance, flächendeckend von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt zu werden. Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Textes besagt die Regelung, dass lediglich möglicherweise gefährliche Heilmittel rezeptpflichtig sind. Unabhängig davon gilt, dass grundsätzlich rezeptpflichtige Arzneien übernommen werden dürfen. Hustensaft wird als eher ungefährlich eingestuft und muss somit vom Patienten bezahlt werden. Zum Vergleich: für den umgekehrten Fall gilt das nicht, es müssen (und werden) nicht alle rezeptpflichtigen Medikamente von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Da Heilkräuter und homöopathische Verdünnungen (Potenzen) meistens als theoretisch ungefährlich gelten, können sie auch nicht rezeptpflichtig sein, was eine Kostenübernahme ausschließt. Hustensaft (normal), Erkältungsmittel, Tees sind auch nicht erstattungsfähig, egal ob schul- oder alternativmedizinisch hergestellt. Es gibt wenige Ausnahmen, zum Beispiel werden Flohsamenschalen bei Colitis ulcerosa von der Krankenkasse bezahlt. Die sind zwar nicht rezeptpflichtig, trotzdem gibt es nichts Besseres, womit die typischen Durchfälle bei dieser chronisch-entzündlichen Darmerkrankung auf Dauer behandelt werden können. Diese Wirkung wurde mehrmals durch kontrollierte klinische Studien bestätigt.

Aufgrund der obenbeschriebenen Tatsachen lohnt sich ein Vergleich der gesetzlichen Krankenkassen in dieser Hinsicht nicht wirklich, es werden ähnliche oder eher unbrauchbare Kleinleistungen angeboten. Je nach Situation wird gesagt, dass die Kasse es entweder nicht bewilligen darf oder will. Auf jeden Fall ist es logisch zu erwarten, dass etwas, was nicht unbedingt übernommen werden muss, wird auch eher selten bezahlt. Es bleibt also eine Frage der Kulanz und die lässt sich kaum vetraglich regeln.

 

Angebote IMMER von mehreren Anbietern überprüfen!

Die privaten Krankenkassen dagegen sind frei in ihren Entscheidungen. Sie sind in der Lage, die Übernahme von verschiedenen Naturheilmethoden als Wettbewerbsstrategie umzusetzen. Dass Wettbewerb im Gesundheitswesen keine schlechte Idee ist, zeigt sich an den durchaus günstigen "Schnäppchen-Tarifen", die man bekommen kann, aber erst nach gründlicher Prüfung aller Angebote. Es ist einfach, die Übersicht schnell zu verlieren, noch einfacher ist es jedoch, wichtige Einzelheiten aus reiner Unwissenheit zu vernachlässigen. Zum Beispiel eine Verdopplung des Zuschüsses der gesetzlichen Krankenkassen ist theoretisch keine schlechte Idee, aber wenn die Behandlung beim Zahnarzt 5000 Euro kostet und der Zuschuss 100 Euro beträgt, wird das keine große Entlastung darstellen. In diesem Fall ist es deutlich besser und empfehlenswert, eine private Krankenzusatzversicherung zu wählen, die sich stets prozentual an den Behandlungskosten beteiligt. Bei einem Anteil von 50 % müsste der Patient dann nur noch 2500 Euro zuzahlen, statt 4800 beim doppelten Zuschuss.

Was also nie vergessen werden darf: Das, was man im Internet vergleichen kann, beinhaltet nicht unbedingt alle Angebote aller Versicherungsgesellschaften. Manche günstigere (und nicht so günstige) Alternativen werden nicht immer erfasst, da der entsprechende Vergleichsanbieter zu wenig Provision erhält, oder aus anderen Gründen eine private Krankenkasse aus der Präsentation ausschließt. Das ist nicht nur im Versicherungswesen typisch, sondern auch in vielen Marktbereichen zu beobachten. Es lohnt sich also, unbedingt genug Zeit zu investieren, bevor man eine Entscheidung trifft. Am besten bildet sich man selbst und stellt dann die richtigen Fragen dem Versicherer, bzw. holt sich das Bestmögliche. Es kann durchaus langweilig sein, irgendwelche Tipps darüber zu lesen, nur sollte man bedenken, dass die richtige Versicherung Geld spart und auch eine überdurchschnittlich umfassendere Behandlung ermöglicht.

Tipps: worauf man unabhängig vom Anbieter achten sollte

Private Zusatzversicherung, was ist das?

 

 
     

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