Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
Es gibt zwei chronisch-entzündliche Darmerkrankungen mit
unbekannten Ursachen: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Bei den
anderen üblichen Entzündungen des
Magendarmtraktes sind die
auslösenden Faktoren (genetische Veranlagung, Parasiten, Keime,
Gifte, Lebensmittelunverträglichkeit) bekannt.
Die beiden Erkrankungen sind ähnlich und es kann immer noch
nicht eindeutig behauptet werden, dass es sich tatsächlich um
zwei unterschiedliche Krankheiten handelt. Die genaue Zuordnung
bei Erstdiagnose ist häufig unmöglich. Trotzdem ist es für
Prognose und Therapie sinnvoll, die beiden Formen zu
unterscheiden. Für die Linderung der Symptome werden dagegen die
gleichen Arzneien und Heilpflanzen verwendet, da die typischen
Beschwerden Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen stets gleich
sind.
Colitis ulcerosa
Sie ist nur auf der obersten Wandschicht, also die Schleimhaut,
begrenzt und betrifft fast ausschließlich den Dickdarm. Ein
anderer Name lautet ulzerative Kolitis; "Colitis ulzerosa" ist
stets falsch. Die Erkrankung beginnt in der Afterregion und
breitet sich in 50% der Fälle aus. Die Ausbreitung erfolgt
kontinuerlich ohne Aussparungen. Das Krankheitsbild ist typisch,
charakterisiert durch schleimig-blutige Durchfälle, die sowohl
tags als auch nachts mit oder ohne Bauchschmerzen auftreten
(beim Reizdarm treten die Durchfälle vor allem tagsüber auf).
Der Verlauf ist schubartig mit beschwerdefreien Intervalen von
Monaten bis Jahre. In der Akutphase kann der Stuhlabgang nur
schwierig bis gar nicht zurückgehalten werden, täglich kommt es
zu 15-20 Durchfällen kombiniert mit Bauchkrämpfen (Tenesmen).
Die erhöhte Durchlässigkeit der zerstörten Schleimhaut führt zum
Eiweißverlust, was sich im Blutlabor als Hypoproteinämie zeigt.
Die wichtigste Komplikation der Colitis ulcerosa ist das
Kolonkarzinom. Es unterscheidet sich vom normalen Darmkrebs
dadurch, dass es sich gleichzeitig an mehreren Stellen
entwickeln kann und die Symptome durch die Kolitis verschleiert
werden. Das erschwert die Frühdiagnose, was die Prognose
verschlechtert. Beim ausgeprägten chronischen Krankheitsbild
sind zumindest jährliche Koloskopien sehr sinnvoll.
Morbus
Crohn
Diese chronisch-rezidivierende Entzündung ist auf keinen
anatomischen Abschnitt des Gastrointestinaltraktes begrenzt, das heißt, sie
kann überall zwischen Mund und After auftreten. Dabei werden
alle Wandschichten betroffen, die Ausbreitung ist meistens mit
Unterbrechungen: Es finden sich gesunde Regionen zwischen den
befallenen Zonen. Weitere Namen für die Erkrankung sind
Enteritis regionalis und Ileitis terminalis (Morbus Kron und
weitere Varianten existieren zwar, sind aber inkorrekt).
Heilkräuter:
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Am häufigsten ist der Krummdarm betroffen, dann der Dickdarm und
relativ selten Mund (Aphthen) und Magen. Das ist der Grund,
warum Morbus Crohn eine breite Symptomatik aufweist. Die
Erscheinungen beginnen oft langsam, können aber auch plötzlich
auftreten und dann als Appendizitis oder Blinddarmentzündung
fehldiagnostiziert.
Manchmal fehlen jegliche Abdominalschmerzen, die Beschwerden
sind dann nur Fieber, Appetitstörungen, allgemeine Schwäche,
Antriebslosigkeit und Depression. Die Bauchschmerzen sind am Anfang
unregelmäßig und zerstreut, mit unterschiedlicher Intensität,
später entwickeln sich Krämpfe. Die genaue Schmerzlokalisation
ist eng mit der befallenen Stelle verbunden. Am häufigsten
werden die Schmerzen im rechten Unterbauch, in der Unterbauchmitte,
den Flanken und unter dem Brustbein verspürt.
Durchfälle sind bei Morbus Crohn selten, sie treten nur dann
auf, wenn der Dickdarm betroffen ist. Aus diesem Grund finden
sich im Stuhl auch keine großen Blutmengen. Trotzdem sind
kleinere Blutverluste fast immer mikroskopisch nachweisbar.
Die Darmwand wird entzündlich verändert, die entstandenen
Beschädigungen werden durch bindegewebige Narben ersetzt.
Dadurch verringert sich der innere Durchmesser des Darmes und es
entstehen periodische unvollständige Darmverschlüsse mit
kolikartigen Bauchschmerzen und Blähungen. Diese
Darmobstruktionen benötigen nur selten eine chirurgische
Behandlung. Durch kleine Durchlochungen entstehen
Eiteransammlungen, die für das Fieber verantwortlich sind. Je
nach Größe müssen diese Abszesse entweder chirurgisch entfernt
oder mit Antibiotika therapiert werden. Wenn der Mastdarm
mitbetroffen ist, sind auch spaltförmige Einrisse und Hautabszesse um den Anus möglich. Diese sog. Rhagaden sind äußerst
schmerzhaft und heilen langsam.
Eine mögliche, ernsthafte lokale
Komplikation stellt die Fistel dar. Das ist eine vorher nicht
bestehende Verbindung zwischen Darm und benachbarten Organen.
Falls lediglich Darmschlingen verbunden werden, ist der Verlauf
meist symptomlos. Falls aber Blase, Haut oder Vagina betroffen
sind, sollten die Fisteln wieder verschlossen werden. Zum einen
kann der Zustand unangenehm sein (Austritt von Kotmassen aus
Hautwunden), zum anderen gelangen Bakterien in Organen, die sehr
infektionsempfindlich sind. Besonders die Harnblasenentzündung
ist relativ schwierig zu heilen (Hauptsymptom: Brennen beim
Wasserlassen).
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Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
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